Mieterinnen und Mieter einiger ausgewählter Altstadtviertel haben in den vergangenen Tagen Post von der HWG erhalten. Inhalt der Schreiben war eine satte Mieterhöhung ab November. Diese Steigerung sorgt für große Verunsicherung und einige HWG-Kunden stellen sich die Frage, ob sie sich ihre Wohnung noch leisten können oder vielleicht umziehen müssen. Die Fraktion Hauptsache Halle & FREIE WÄHLER kritisiert die Erhöhung der Mieten zum jetzigen Zeitpunkt.

„Die Menschen sind durch Corona, Inflation und Energiekrise bereits finanziell stark beansprucht. Dass das Wohnungsunternehmen in der derzeitigen Situation die Mieten schlagartig anhebt, zeugt nicht von einem großen sozialen Gewissen. Dieser gewählte Zeitpunkt ist völlig daneben“, meint Dr. Sven Thomas, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Hauptsache Halle & FREIE WÄHLER. Man konstatiere vielmehr verschlafene Jahre vor der Pandemie, in denen es schrittweise, moderate Mietanpassungen hätte geben können.

Andreas Schachtschneider, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion, ergänzt: „Ich sehe durch diese Maßnahme erhebliche negative Auswirkungen auf den halleschen Wohnungsmarkt. Andere Anbieter werden nachziehen, was die Lage noch verschärfen dürfte. Mehr Menschen als bisher müssen Wohngeld beantragen, sind also auf staatliche Unterstützung angewiesen. Die HWG hätte lieber ihre Luxusprojekte auf Eis legen sollen, statt jetzt in einem Hau-Ruck-Verfahren an der Mietpreisschraube zu drehen. Das größte städtische Wohnungsunternehmen hat eine nicht zu unterschätzende Verantwortung für die Stadtgesellschaft und für das Zusammenleben in unserer Kommune. Dieser muss sie sich stellen und die Belastungen auf mehrere und breitere Schultern verteilen.“

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