Dereinst war Halle ein Radsport-Mekka. Das beweist ein Blick in die Geschichte. Bereits ein Jahr vor der Gründung des Deutschen Radfahrerbundes im Jahr 1884 etablierte sich in der Saalemetropole mit dem „Halleschen Bicycle-Club“ ein Radsport-Verein. Den Stellenwert, den die Sportart in der Stadt hatte, unterstreichen ebenfalls die in der Folgezeit errichteten Radrennbahnen in der Merseburger Straße und im Böllberger Weg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch das Kurt-Wabbel-Stadion für eine kurze Zeit als Rad-Sportstätte genutzt. Die Radsportbegeisterung in der Sportstadt Halle manifestierte sich besonders seit den 1950er Jahren. In regelmäßigen Abständen machte die Internationale Friedensfahrt hier Station. Mit großer Leidenschaft und geradezu Enthusiasmus wurden die Radsportler aus aller Welt von ungezählten Zuschauerinnen und Zuschauern am Straßenrand in Empfang genommen. Nach dem Aus der Friedensfahrt ist es auch um den Radsport in Halle ruhiger geworden. Die Fraktion Hauptsache Halle & FREIE WÄHLER will das ändern.

„Wir wollen, dass die Deutschlandtour, das bedeutendste deutsche Etappenrennen im Straßenradsport, in unserer Stadt Station macht. Deshalb werden wir im September-Stadtrat einen entsprechenden Antrag einbringen. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass wir diese schöne Sporttradition wiederaufleben lassen. Aus diesem Grund soll die Verwaltung die entsprechenden Schritte für eine Bewerbung in die Wege leiten“, erläutert Andreas Wels, Vorsitzender der Fraktion Hauptsache Halle & FREIE WÄHLER, die Intention des Beschlussvorschlags.

„Als Etappenort der Deutschlandtour, die medial von der ARD begleitet wird, richtet sich der Fokus auf unsere Kommune, was ihren Bekanntheitsgrad weiter erhöht. Da mehr als 100 Radsportprofis an den Start gehen und dies viele Radsportbegeisterte aus der Region und darüber hinaus deutschlandweit anlockt, hätte das sportliche Ereignis gleichwohl positive Auswirkungen auf das hallesche Hotel- und Gaststättengewerbe“, ist Andreas Wels überzeugt. Zudem sei die symbolhafte Wirkung einer Bewerbung auch im Hinblick auf die Entwicklung Halles zu einer fahrradfreundlichen Stadt nicht zu unterschätzen.

Empfohlene Artikel