Beschlussvorschlag:

Die Stadtverwaltung wird aufgefordert:

  • die Initiative GOLEHM aktiv zu unterstützen und an der Entwicklung geförderter, ökologischer Bauprojekte im Stadtgebiet mitzuarbeiten,
  • bei anstehenden Neubauprojekten den traditionellen und gleichzeitig visionären Baustoff Lehm als nachhaltige Alternative zu berücksichtigen,
  • fachliche Unterstützung bei der Entwicklung baurechtlicher Grundlagen für den historischen und modernen Lehmbau zu geben,
  • die Initiative GOLEHM bei der Erfassung des Bestandes an historischen Lehmbauten in der Stadt zu unterstützen,
  • den Stadtrat im April 2022 über den erreichten Sachstand zu informieren.

Begründung:

Das Bündnis GOLEHM ist eines der aktuell größten Innovationsprojekte der Bundesrepublik und zielt auf innovative Wiederbelebung des Lehmbaus in der Region Mitteldeutschland und die Förderung eines geschlossenen Stoffkreislaufes in der Bauwirtschaft. Es bietet zudem das Potential für einen nahezu klimaneutralen und kostengünstigen Bau von Einfamilienhäusern sowie für die Erhaltung eines wesentlichen Teils des historischen Baubestandes in Mitteldeutschland. Damit leistet das Vorhaben einen wesentlichen Beitrag zur Bauwende und zur Erreichung der Klimaziele. Die Initiative ist in der Stadt Halle (Saale) beheimatet.

Im September 2021 haben die Bundesministerin für Bildung und Forschung und der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt das Projekt GOLEHM als eines der großen Innovationsprojekte der Bundesrepublik öffentlich präsentiert.

(https://www.sachsen-anhalt.de/bs/pressemitteilungen/ministerien/?no_cache=1&tx_tsarssinclude_pi1%5Buid%5D=228088&tx_tsarssinclude_pi1%5Baction%5D=single&tx_tsarssinclude_pi1%5Bcontroller%5D=Static&cHash=040ab54d216aa1a9e224816bfd4176c2)

GOLEHM steht für den ökologischen Lehmbau sowie für einen geschlossenen Stoffkreislauf in der Bauwirtschaft. Mit diesem Ziel vereint das Projekt Wissenschaftler, Unternehmen sowie private und öffentliche Initiativen in der Region. Es wirbt für eine Rückbesinnung auf traditionelle Bauweisen und unterstützt zugleich modernste Anwendungen, wie den 3D-Druck von Lehmwänden oder die Entwicklung von modularen Bauteilen aus Lehm. (weiterführende Informationen auf der Homepage des Bündnisses: www.golehm.de)

Lehmhäuser zeichnen sich durch eine optimale Ökobilanz aus, bieten einen hohen Wohnkomfort und können zu einer kostengünstigen Alternative für teure Einfamilienhäuser werden. Der Baustoff ist regional verfügbar, muss nicht kostenintensiv aufbereitet und kann einfach wiederverwendet werden.

Für Mitteldeutschland und die Stadt Halle (Saale) ist die Initiative zudem von besonderer Bedeutung, weil hier zahlreiche Lehmhäuser die historische Bausubstanz prägen.

Das größte Problem bei der Erhaltung der historischen Bausubstanz und beim Neubau von modernen Lehmhäusern ist derzeit das Fehlen entsprechender bau- und vergaberechtlicher Grundlagen. Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Zustand zu ändern und gemeinsam mit Bauexperten, Unternehmen und Kommunen die entsprechenden Rechtsgrundlagen zu entwickeln. Zur Erreichung dieses Zieles kann die Stadtverwaltung wichtige fachliche Impulse geben.

Stellungnahme der Verwaltung:

Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag anzunehmen.

Begründung:

Die Verwaltung begrüßt die grundsätzlichen Zielsetzungen des Projekts GOLEHM und dessen Ansiedlung in Halle (Saale). Selbstverständlich ist die Stadt auch gern bereit, diese Initiative ideell zu unterstützen.

Jedoch verfügt die Stadtverwaltung angesichts der auf Grund gesetzlicher Vorgaben zu erfüllenden Pflichtaufgaben nicht über die notwendigen personellen Kapazitäten, um in nennenswertem Umfang an der Erfassung des Bestandes historischer Lehmbauten mitzuwirken oder selbst ökologische Bauprojekte im Stadtgebiet zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund kann gern eruiert werden, inwieweit sich die Intentionen des Projekts GOLEHM zielführend in die Beratungstätigkeit der zuständigen Fachbereiche und Abteilungen der Stadtverwaltung einbinden lassen und bei welchen städtischen Neubauprojekten Lehm als Baumaterial eingesetzt werden kann.

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