Beschlussvorschlag:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und wo bei künftigen Straßenbau- und Sanierungsmaßnahmen vermehrt aufgehellter Asphalt zum Einsatz kommen kann.

Zu prüfen sind dabei konkret Aspekte der Verkehrssicherheit, der Klimaökologie, der finanziellen Auswirkungen sowie der Standfestigkeit und Lebensdauer des Materials.

Das Prüfergebnis ist dem Stadtrat im Januar 2022 vorzulegen.

Begründung:

Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass in den Sommermonaten vermehrt längere Hitzeperioden auftreten. Das führt besonders in Großstädten zu einer extremen Belastung. Intensive Sonneneinstrahlung, dichte Bebauung und der dunkle Fahrbahnbelag, der hohe Temperaturen absorbiert, bewirken einen sogenannten „Wärmeinseleffekt“. Die tagsüber von Straßen und Gebäuden gespeicherte Wärme wird in der Nacht erst allmählich wieder abgegeben, was die Lebensqualität besonders in Innenstädten erheblich beeinträchtigt.

Ein hellerer Fahrbahnbelag könnte dieser Entwicklung entgegenwirken. Er würde weniger Wärme speichern, was zu einer spürbaren Verbesserung des Mikroklimas führt. Zudem kann sein Einsatz auch als ideales Gestaltungselement im öffentlichen Raum Verwendung finden.

Antwort der Verwaltung:

Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen.

Begründung:

In der Abwägung der Vor- und der Nachteile von „hellem Asphalt“ sind die Nachteile aus Betreibersicht überwiegend.

Der helle Asphalt ist durch den erforderlichen speziellen Zuschlagstoff, der im hiesigen Raum nicht vorkommt, teurer und kann nur in entsprechend großen Mengen hergestellt werden. Bei späteren Arbeiten an Wasser-, Telefon- oder Gasleitungen muss die Stelle mit dem in der Region üblichen Material ausgebessert werden. Das hat zur Folge, dass die Straße immer mehr einem Flickenteppich gleicht, bei dem Ausbesserungen deutlicher sichtbar sind.

Diese starken Kontraste haben Einfluss auf die Verkehrssicherheit, da z.B. neben einer Verkehrsmarkierung und einer geflickten Asphaltfläche ein weiterer Kontrast entstehen würde.

Weiterhin ist festzustellen, dass eine geringere Dauerhaftigkeit gegenüber den aktuellen verwendeten Rezepturen besteht.

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