Jedes Jahr ertrinken in Deutschland etwa 500 Menschen. Ein Wasserrettungsroboter soll Abhilfe schaffen. Mit der praktischen Erprobung und der Patenteinreichung hat das hallesche Projekt jetzt zwei wichtige Hürden genommen. „Die Technik funktioniert“, sagt Sven Thomas von Hauptsache Halle. Der Stadtrat, passionierte Wasserretter und Unterwasserarchäologe hat die „Weltneuheit“ vor einiger Zeit mit auf den Weg gebracht. Die Entwicklungsleistung für den innovativen Roboter wurde am Fraunhofer Institut IOSB-AST erbracht. Das Institut gehört zu den Weltmarktführern im Bereich submaritimer Technologien. Kleinst-U-Boote des Forschungsinstituts aus Ilmenau sind zum Beispiel in China und Kanada im Einsatz.

Der Roboter ist in der Lage, eine „ertrunkene Person“ unter Wasser auch bei völliger Dunkelheit zu finden und sicher an die Oberfläche zu bringen – und zwar in so kurzer Zeit, dass eine Rettung und Wiederbelebung noch möglich ist. Bis zur Serienreife des Wasserrettungsroboters wird dennoch einige Zeit vergehen. Etwa ein Jahr Entwicklungsarbeit ist noch erforderlich, um den Prototypen fertigzustellen. In dieser Zeit soll der Roboter lernen, ertrinkende Personen selbständig zu erkennen und zu retten.

Große Unterstützung hat das Technologieprojekt bislang vom Saalekreis und vom Burgenlandkreis erfahren. „Für die finale Entwicklungsphase sind wir derzeit auf der Suche nach Partnern und Fördermitteln“, sagt Sven Thomas, der das Projekt gern dauerhaft in der Stadt Halle verankern möchte und auf die wirtschaftlich günstigen Perspektiven verweist. Er ist davon überzeugt, dass in zehn Jahren in jeder Schwimmhalle Deutschlands ein autonomer Wasserretter für Sicherheit sorgen kann.

Erschienen im AMTSBLATT der Stadt Halle (Saale), 29. Januar 2021

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