Erwiesenermaßen können in Deutschland zu wenige Kinder sicher schwimmen. Aus der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage im Februar dieses Jahres geht hervor, dass nur ein Drittel der Dritt- und Viertklässler in Sachsen-Anhalt als sichere Schwimmer gelten. Die Ursachen liegen auf der Hand und sind den Entscheidungsträgern hinlänglich bekannt. Die Pandemie führte zu einer weiteren Zuspitzung der Situation. Die Anmeldelisten für Anfängerschwimmkurse werden immer länger. Absehbar sind die Konsequenzen, die aus einer ungenügenden Schwimmfähigkeit resultieren. Darauf haben auch DRK Wasserwacht und DLRG mehrfach und nachdrücklich hingewiesen. Um die Lage zu entschärfen, hat die Fraktion Hauptsache Halle & FREIE WÄHLER einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der die Öffnung einer Schwimmhalle in den Sommerferien vorsieht.

Mit dem Antrag soll erreicht werden, dass die Stadtverwaltung und die Bäder Halle GmbH gemeinsam schnellstmöglich einen Plan erarbeiten, um das Offenhalten einer Schwimmhalle im Sommer zu ermöglichen. Zudem sollen die finanziellen Auswirkungen dargestellt werden. Des Weiteren sieht die seitens unserer Fraktion eingebrachte Beschlussvorlage die konkrete Nennung der zu öffnenden Einrichtung vor.

Dass zu viele Mädchen und Jungen im Grundschulalter nicht richtig und somit nicht sicher schwimmen können, ist ein unhaltbarer Zustand, der mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln überwunden werden muss. Die Nutzung der Freibäder für solche Kursangebote ist hierbei aus zweierlei Sicht kritisch zu bewerten. Einerseits erschweren wechselnde Witterungsbedingungen die zielorientierte Durchführung des Schwimmunterrichts, da kühle Temperaturen die Motorik und Motivation der Kinder erheblich einschränken. Darüber hinaus eignen sich stark frequentierte Bäder nur bedingt für das Schwimmenlernen.

Unterdessen besteht auch in anderen Teilen der Bevölkerung der ausdrückliche Wunsch nach Öffnung einer Schwimmhalle im Sommer. Dem sollte man seitens der Verwaltung Rechnung tragen. Wir hoffen in diesem Zusammenhang auf eine breite interfraktionelle Zustimmung in den Gremien und die dementsprechende Umsetzung der Initiative.

Erschienen im AMTSBLATT der Stadt Halle (Saale), 11. März 2022

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