Die Steinschüttungen an der Saale haben in der halleschen Stadtgesellschaft für einen Aufschrei der Empörung gesorgt. Die scharfe Kritik aus breiten Kreisen der Bevölkerung sowie Klagen von Umweltverbänden führten dazu, dass die Stadtverwaltung die Maßnahme vorerst einstellen ließ bis Rechtssicherheit dazu herrscht. Ein Teil der vorgenommenen Arbeiten hätte so nicht ausgeführt werden dürfen, entschied jetzt das Verwaltungsgericht. Diese Entscheidung wird seitens unserer Fraktion begrüßt. Da die Uferbefestigungen außerhalb der Naturschutzgebiete weiter betrieben werden dürfen, ist das Urteil jedoch nur ein Teilerfolg. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass der zu den Schotterungen führende Stadtratsbeschluss gänzlich aufgehoben wird.

Ungeachtet dessen muss das touristische Potential, welches die Saale bietet, noch stärker ausgeschöpft werden. Dazu zählt der sanfte und ökologisch sinnvolle Ausbau des Flusses zu einem Wasserwanderweg, was die Neubelebung der einst vorhanden Infrastruktur einschließt. Dazu zählen unter anderem die Wiederherstellung des Bootsanlegers an der Ziegelwiese nahe der Peißnitzbrücke, des historischen „Zoll-Anlegers“ an der Giebichenstein-Brücke und des einstigen „Fähranlegers zu Trotha“ gegenüber der alten „Cröllwitzer Papiermühle“ auf der Höhe des Nordbades. Darüber hinaus ist es dringend geboten, die maroden Ufertreppen zum Schleusengraben unterhalb der Gimritzschleuse, an der Nordspitze der Peißnitzinsel und am Mühlgraben zu sanieren. Hier ist ein zügiges Anpacken erforderlich, weil damit der Saaletourismus vorangebracht wird.

Unsere Fraktion hatte in diesem Zusammenhang ebenfalls angeregt, die Infotafeln am Saalepfad zu erneuern. Sie informieren über bemerkenswerte Gebäude, Objekte sowie Besonderheiten entlang des halleschen Saaleufers und sind leider in keinem guten Zustand. Ihre Aufbereitung wäre ein Beitrag zur Aufwertung der wassertouristischen Basisinfrastruktur und damit des Reisegebiets Saale-Unstrut. Die Verwaltung hat signalisiert, Kontakt mit den Betreibern aufzunehmen und Lösungen zu finden. Das kann als kleiner Schritt in die richtige Richtung gewertet werden, dem in Zukunft noch viele weitere folgen müssen.

Erschienen im AMTSBLATT der Stadt Halle (Saale), 08. April 2022

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