Im Laufe von Jahrmillionen entstanden die fossilen Rohstoffe, die heute weltweit zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt werden. Erdöl, Erdgas sowie Braun- und Steinkohle sind bekanntermaßen nicht unbegrenzt vorhanden, weshalb die Weltmarkt- und somit auch die Verbraucherpreise weiter steigen werden. Deshalb müssen umgehend nachhaltige Alternativen gefunden werden. Die Kriegssituation in der Ukraine und die in diesem Zusammenhang diskutierten bzw. bereits umgesetzten Sanktionen gegenüber Russland haben den Blick dahingehend nochmals geschärft.

In Anbetracht der Tatsache, dass in Halle etwa 74.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden, die durch das Verbrennen von Erdgas in den Standorten Dieselstraße und Trotha mittels Kraft-Wärme-Kopplung entsteht, ist die Herausforderung hinsichtlich der Umstellung auf nicht-fossile Energiequellen beträchtlich. In Krisenzeiten dürfte eine vollumfängliche Versorgung der Bevölkerung mit Energie und Wärme unter Nutzung der bisherigen, konservativen Produktionsweisen gefährdet sein. Deshalb müssen neue Ideen auf den Tisch und gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt und dem Bund zügig umgesetzt werden. Der Fokus sollte in diesem Kontext geweitet werden. Neben Sonnen- und Windenergie sowie der Wasserkraft ist die Herstellung und Nutzung von grünem Wasserstoff eine zukunftsweisende Technologie, die dazu beitragen kann, die Strom- und Wärmeversorgung zu sichern.

Die Fraktion Hauptsache Halle & FREIE WÄHLER hat aus den genannten Gründen einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der darauf ausgerichtet ist, dass die Stadtwerke Halle GmbH seitens der Stadtverwaltung beauftragt wird, Strategien zur Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung in Halle zu erarbeiten. Ziel ist es, eine von russischen Rohstoffressourcen weitestgehend unabhängige Erzeugung von Strom und Wärme im halleschen Stadtgebiet zu garantieren. Es ist zu hoffen, dass das in der Saalemetropole neu eröffnete Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende hierbei als fähiger Ansprechpartner und zugkräftiger Motor wirken wird.

Erschienen im AMTSBLATT der Stadt Halle (Saale), 06. Mai 2022

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