An beinahe jeder Straßenecke sind sie zu finden. Sie dienen der Stromversorgung der Haushalte und der Telekommunikation. Ohne sie wären Festnetz-Telefonie oder die Nutzung des World Wide Web schwer möglich. Darüber hinaus dienen sie Postzustellern bisweilen als Depots für Briefe. Gemeint sind die Verteilerkästen, die auch als Außengehäuse oder Kabelverteilerschränke bezeichnet werden. In tristes Grau gehüllt, stehen sie herum, werden beschmutzt, beklebt und beschmiert. Dabei hätten sie durchaus Potential, als kleine Kunstwerke zu dienen Die noch vorhandenen Transformatoren-Häuser bieten diesbezüglich ebenso Projektionsflächen.

Deshalb setzt sich die Fraktion Hauptsache Halle für eine optische Aufwertung dieser wichtigen und notwendigen Geräte ein. Wie bereits in anderen Kommunen geschehen, kann auch die Saalestadt dazu beitragen, ihr Antlitz durch derartige Maßnahmen aufzubessern. In enger Zusammenarbeit der verantwortlichen Fachbereiche mit den Inhabern der Verteilerkästen soll eruiert werden, welche Schränke für eine Auffrischung in Frage kommen. Zur Themenfindung wird hierbei ein Ideenwettbewerb als probates Mittel angesehen. Dadurch können alle Einwohnerinnen und Einwohner unserer Stadt einbezogen werden. Ausdrücklich erwünscht ist gleichwohl eine Beteiligung der Kunsthochschule sowie der freien Künstlerinnen und Künstler. Den halleschen Kitas und Schulen wird bei diesem Wettbewerb eine besondere Bedeutung beigemessen.

Soweit die Darstellungen keine kommerzielle Werbung beinhalten und keine politischen, religiösen oder ethischen Aussagen treffen, sind der Phantasie bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. Die Themen können sich aus der Stadtgeschichte oder dem Stadtgebiet herleiten. Halles Städtepartnerschaften bieten ebenso genug Möglichkeiten für attraktive Motive und würden diese darüber hinaus in der Bevölkerung bekannter machen. Sport und Natur, Szene und Kultur haben ebenfalls viel Potential, um die Kästen in Kunstwerke zu verwandeln.

Es ist beabsichtigt, vor allem Kinder und Jugendliche am Gestaltungswettbewerb zu beteiligen. Sie können damit ihr persönliches Wohn-, Schul- bzw. Kita-Umfeld aktiv und sinnvoll weiterentwickeln. Das verfolgt nicht nur pädagogische Aspekte, sondern fördert zudem die Verbundenheit der Mädchen und Jungen zu ihrer Heimatstadt.

Erschienen im AMTSBLATT der Stadt Halle (Saale), 01. April 2021

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