Die GOLEHM-Initiative für Lehmbau und nachhaltige Kreislaufwirtschaft kommt aus Halle. Franziska Knoll ist die Leiterin des Projektes, das vom Bundesforschungsministerium als eine der wichtigen deutschen Innovationsinitiativen mit 9,5 Mio. Euro gefördert wird.

In Mitteldeutschland werden seit Jahrtausenden Gebäude mit massiven, tragenden Wänden aus Lehm errichtet. Die klimatischen und geologischen Gegebenheiten östlich des Harzes bildeten dabei die perfekte Basis für diese Bauweise: Im Windschatten östlich des Harzes lagerten sich während der Eiszeit Lössböden ab. Dieses kalkhaltige Sediment aus Schluff, Ton und Sand liefert den perfekten Baustoff.

Lehm ist zugleich einer der modernsten und umweltfreundlichsten Baustoffe. Für die Bauindustrie, die aufgrund des hohen CO2-Ausstosses als einer der größten Klimawandeltreiber gilt, ist Lehm als regionaler und wiederverwertbarer Rohstoff ein Zeichen der Hoffnung auf eine umweltgerechte Zukunft. Für Bauherren und -frauen ist Lehm das perfekte Material: Kühl im Sommer und wärmend im Winter.

Aus diesem Grund engagiert sich das GOLEHM-Bündnis für die Wiederbelebung des massiven Lehmbaus in Mitteldeutschland. Dazu zählt nicht nur die Erforschung und materialgerechte Instandsetzung bestehender Bauten, sondern ebenso die Entwicklung innovativer Technologien und Anwendungen für den Neubau aus Lehm. Gleichzeitig wird am Einsatz von Recyclinglehm geforscht. Das Netzwerk besteht derzeit aus 17 Bündnispartnern und etwa weiteren 50 Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Neue Partner werden immer gesucht. Weitere Informationen erhalten Sie hier: https://www.golehm.de/

Für Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff ist klar, dass dieses Projekt „den Anspruch eines innovationsgetragenen Strukturwandels im sachsen-anhaltischen Revier“ unterstreicht und zeigt, dass unsere Region sich mit ausgezeichneten Ideen durchsetzen kann.

Wir sehen ebenfalls großes Potential im Baustoff Lehm und haben deshalb mit einem Antrag die Stadtverwaltung aufgefordert, die Initiative GOLEHM zu unterstützen. Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat in seiner Januar-Sitzung unserer Beschlussvorlage zugestimmt.

Erschienen im AMTSBLATT der Stadt Halle (Saale), 11. Februar 2022

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