Die Verkehrsinfrastruktur einer Stadt ähnelt dem Blutkreislauf des menschlichen Organismus. Solange der Körper gesund ist, funktioniert alles problemlos. Verstopfen jedoch die Gefäße, drohen Organschäden oder sogar ein Infarkt. Im städtischen Straßenverkehr ist das ebenso. Auch hier muss alles fließen können, darf es keine Störungen geben, damit die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist, damit die Menschen schnell von A nach B kommen. Wenn allerdings ein wichtiger Verkehrsknoten durch Bauarbeiten blockiert ist, hat das Auswirkungen auf die Kommune und ihre Region.

Das beste Beispiel dafür ist der Glauchaer Platz in Halles Innenstadt, der derzeit saniert wird, was zur Folge hat, dass sich der Verkehr auf der darüber befindlichen Hochstraße bisweilen kilometerweit staut. Dieser Umstand bringt nicht nur das Blut der betroffenen Verkehrsteilnehmer sprichwörtlich zum Kochen, beispielsweise der zahlreichen Handwerker, die, während sie im Stau stehen, keine Aufträge ausführen können. Er hat zudem negative ökologische Auswirkungen und schadet darüber hinaus – einmal mehr – dem Image unserer Stadt.

Deshalb hatte die Fraktion Hauptsache Halle & FREIE WÄHLER den Vorschlag unterbreitet, zur Entlastung der Hochstraße die Elisabeth-Brücke bis zum Ende der Baumaßnahme für den PKW-Verkehr freizugeben. Da dies bereits früher praktiziert wurde, hätte die Stadtverwaltung also auf ein bewährtes Prinzip zurückgreifen können, um die tägliche Stausituation erheblich zu entschärfen. Dies haben die Verantwortlichen zu unserem Bedauern abgelehnt. Auch weitere alternative Vorschläge fanden keine Berücksichtigung, was den Frustpegel bei den Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, weiter erhöht.

Unsere Fraktion sieht in der derzeitigen Lage einen Missstand, der umgehend beseitigt werden muss. Sie fordert in diesem Zusammenhang künftig eine bessere Planung und Koordination von Baustellen im halleschen Stadtgebiet, wobei darauf zu achten ist, dass Bauzeiten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln auf ein Mindestmaß reduziert werden. Der unhaltbare Zustand, wie er zurzeit in unserer Stadt zu beobachten ist, darf sich in Zukunft nicht wiederholen.

Erschienen im AMTSBLATT der Stadt Halle (Saale), 01. Oktober 2021

Empfohlene Artikel

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner